Es fing mit einer E-Mail an
Ende der 90er in der Türkei. Ich hatte einen engen Freundeskreis — Hido, mein bester Freund, und eine Gruppe Leute, mit denen man einfach jede freie Minute verbracht hat. 2003 wollte jemand aus der Gruppe Hidos Geburtstag organisieren. Was schenken wir ihm? Also haben wir E-Mails hin- und hergeschickt. Wer kauft was? Hat jemand schon den Pulli?
Ein Jahr später war das Tradition. Hido hat einfach eine Liste geschickt mit Sachen, die er sich wünscht. Und wir haben uns abgesprochen, wer was kauft. Per E-Mail. Mit Reply-All. Es war chaotisch — aber es hat funktioniert.
Irgendwann hat einer gesagt: “Das müsste doch eigentlich eine App sein.”
15 Jahre gescheitert
2003 bin ich nach Deutschland gekommen. Die Wishlist-E-Mails gingen weiter — jetzt halt über Ländergrenzen. 2007 haben Hido und ich versucht, eine Webseite zu bauen. Gescheitert. Zu wenig Erfahrung.
2008 habe ich bei der Arbeit davon erzählt. Kollegen waren begeistert, wollten helfen. Wir haben Ideen gesammelt, Konzepte geschrieben — aber es wurde immer größer und komplizierter. Gescheitert.
2009 wurde es ernst: Ein Kollege wollte investieren. Wir haben einen Business-Plan geschrieben, einen Entwickler gefunden, Dokumentation erstellt. Wir haben uns bei der NTV/Financial Times Deutschland Startup Challenge beworben — und es bis ins Finale geschafft.
Gewonnen hat mymuesli. Wir nicht. Die Jury sagte: gute Idee, zu wenig Kapital. Danach war die Luft raus.
In den Jahren danach habe ich immer wieder angefangen. Immer zu viel gewollt, nie fertig geworden. Irgendwann habe ich aufgehört, es zu versuchen, und angefangen, meine Ideen in ein Notizbuch zu schreiben. Mein Ideenbuch.
“Papa, wann machst du das endlich?”
2022 hat meine kleine Tochter das Ideenbuch gefunden und angefangen, darin zu blättern. Von all den Ideen hat sie eine besonders spannend gefunden — die Wishlist. Ab da hat sie mich jeden Monat gefragt: “Wann fängst du endlich an?”
Und ich hatte jedes Mal eine Ausrede. Zu viel Arbeit. Zu kompliziert. Falscher Zeitpunkt. Bis September 2025.
Da habe ich verstanden: Ich muss es anders machen als vorher. Nicht mit allen Features, nicht mit der perfekten Architektur, nicht mit einem Team. Einfach eine einfache Wunschliste bauen, die funktioniert.
Also habe ich abends und am Wochenende programmiert. Mit KI-Unterstützung konnte ich schneller arbeiten als je zuvor. Im Dezember 2025 war die erste Version fertig — gerade rechtzeitig vor Weihnachten.
Der erste echte Test
Im Februar 2026 kam der Moment der Wahrheit: der Geburtstag meiner Tochter. Die erste echte Wunschliste. Echte Geschenke, echte Leute, echte Koordination.
Es hat funktioniert.
Und dann ist etwas passiert, das ich nicht erwartet hatte: Andere Leute haben angefangen, Wishlist.de zu nutzen. Ohne Werbung, ohne Marketing, ohne Budget. Einfach Mundpropaganda. Innerhalb weniger Monate hatten wir über 1.000 Wunschlisten.
Seitdem baue ich weiter. Jeden Abend, jedes Wochenende. Nicht weil es muss, sondern weil das Feedback der Nutzer mich antreibt. Jede Nachricht, jeder Bug-Report, jede Idee — das sind die Leute, die Wishlist.de mitbauen.
Die Timeline
Erste Geburtstags-Wishlist per E-Mail — die Idee entsteht
Domain wishlist.de gekauft. Erster Versuch, eine Webseite zu bauen. Gescheitert.
Zweiter Anlauf mit Arbeitskollegen. Zu kompliziert. Gescheitert.
Business-Plan, Investor, Entwickler gefunden. Finale der NTV/FTD Startup Challenge. Knapp verloren.
Weitere Versuche. Immer zu viel gewollt, nie fertig geworden. Ideen ins Ideenbuch geschrieben.
Tochter findet das Ideenbuch. Fragt jeden Monat: "Wann machst du das endlich?" Im September gestartet.
Erste Version fertig. Gerade rechtzeitig vor Weihnachten.
Erster echter Einsatz: der Geburtstag meiner Tochter. Es funktioniert.
Über 1.000 Wunschlisten. Kein Marketing, kein Budget — nur Mundpropaganda.
Woran wir glauben
Wishlist.de wurde nicht in einem Accelerator geboren. Sondern am Küchentisch.
Keine Werbung. Nie.
Wir zeigen keine Ads, verkaufen keine Daten und platzieren keine Produkte. Das war von Tag 1 so und bleibt so.
Datenschutz ernst gemeint
Server in Frankfurt, DSGVO-konform. Wir speichern nur, was nötig ist. Keine Tracker, kein Google Analytics.
Unabhängig
Kein Venture Capital, kein Exit-Plan, kein Druck. Das Produkt muss gut sein — das ist der ganze Business-Plan.
Von Nutzern gebaut
Jedes Feature entsteht aus echtem Feedback. Wer einen Bug meldet oder eine Idee hat, baut direkt mit.
Fun Fact
Die Domain wishlist.de habe ich 2007 für 250 Euro gekauft.
Heute wäre sie unbezahlbar. Manchmal lohnt es sich, an einer Idee festzuhalten.
Du kannst Teil davon sein
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